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Wie finde ich einen kompetenten Berater / Trainer / Coach?

Woran erkennt man Kompetenz?

Gestern hatte ich ein interessantes Erlebnis in Bezug auf Kompetenz. Im Nachgang habe ich mir dann so meine Gedanken gemacht, die ich nun teilen möchte.

Eine gute Trainerkollegin von mir hat vor wenigen Wochen ihr Herzensprojekt gestartet und mich eingeladen Teil des Teams zu sein. Hierfür hat sie auch eine Facebook-Gruppe gegründet und in dieser entstand gestern die Diskussion zum Thema Kompetenz.

Der Hintergrund:

In oben genannter Facebook-Gruppe geht es um Lebensbewältigung in schwierigen Lebenssituationen. Eine Teilnehmerin ging nun auf die Gruppe mit der Frage zu , ob externe Hilfe in einer solchen Lebenssituation sinnvoll ist oder nicht. Sie hätte ab und zu das Gefühl nicht alleine damit klar zu kommen.

Die Administratoren der Gruppe sind allesamt ausgebildete Coaches (und ich meine nicht ein 5-Tages Seminar) oder sogar Therapeuten. Für uns ist es Teil unseres Selbstverständnisses, dass in verschiedensten Situationen das Leben leichter wird oder Ziele schneller erreicht werden, wenn externe Hilfe zu Rate gezogen wird. Daher war die Antwort klar: Ihr seid von Experten umgeben, wenn ihr also das Gefühl habt Hilfe zu benötigen, dann schreibt uns an.

Eine Antwort, die der Ursprung meines Beitrags ist, lautete sinnesgemäß: Seid ihr Diplom-Psychologen, falls nicht wäre es doch in Frage zu stellen, ob ihr helfen könnt.

Nun, wer den Studiengang zum Diplom-Psychologen kennt weiß, dass dieser Titel nicht per se Kompetenz verleiht. Nicht falsch verstehen, ich will keinen Shit-Storm der Diplom-Psychologen provozieren. Ich will lediglich darauf hinweisen, dass ein Titel an sich noch keine Kompetenz verleiht.

Vielleicht wird an einem anderen Beispiel deutlich, was ich meine. Nehmen wir Kindererziehung. Es gibt Eltern die haben Erziehung nie gelernt und machen vieles Richtig. Aber natürlich gibt es auch Eltern, die so ziemlich alles falsch machen. Demgegenüber gibt es Erzieher/-innen die diesen Beruf mit all seinen Facetten (Psychologie, Soziologie bis zur kindgerechten Ernährung) gelernt haben. Auch bei diesen reicht die Spanne von sehr gut bis mangelhaft. Kompetenz kann also allein mit Ausbildungen nicht bewertet werden.

Was ist denn nun Kompetenz?

Zurück zum Thema. Kompetenz ist, wie Intelligenz übrigens auch, sehr vielschichtig. Es gibt also nicht DIE Kompetenz. Kompetenz besteht aus mehreren Bausteinen. Ein für mich sehr anschauliches Modell liefert Professor Hülshoff. Er unterscheidet in vier Kompetenzarten, sie alle gemeinsam bilden dann die Handlungskompetenz.

  1. Fachkompetenz

Fachkompetenz, landläufig mit Fachwissen benannt, ist das theoretische Wissen. Dieses Wissen kann autodidaktisch, durch Seminare, Ausbildungen oder ein Studium erworben werden. Mit viel Fachwissen ausgestattet kann derjenige bei jedem Expertengespräch auftrumpfen. Das war es dann aber auch schon.

  1. Methodenkompetenz

Von Methodenkompetenz spricht man, wenn zu dem Fachwissen zusätzlich auch Wissen über dessen Anwendung kommt. In diesem Stadium weiß man also, wie man das Wissen einsetzt. Wir sprechen an dieser Stelle noch nicht davon, das Wissen selbstsicher einsetzen zu können, sondern nur davon es überhaupt einsetzen zu können.

  1. Emotionale Kompetenz

Von dieser wird gesprochen, wenn der Anwender dieses Wissen auch unter Druck einsetzen kann. Also sattelfest auf seinem Gebiet ist.

  1. Persönliche Kompetenz

Persönliche Kompetenz ist sehr eng mit der emotionalen Kompetenz verwandt und beschreibt darüber hinaus die innere Motivation, mit der man in der Thematik steht. Wenn es mir also ein „Herzensthema“ ist, werde ich mehr von meinem Wissen und meiner Energie einbringen also wenn es mein „Hassthema“ ist.

Alle vier zusammen ergeben, wie schon geschrieben, die Handlungskompetenz. Im Idealfall ist hierbei jede der vier Kompetenzen optimal ausgebildet. Wie schon erwähnt können beispielsweise Eltern jedoch auch sehr kompetent sein, wenn Sie eine hohe emotionale und persönliche Kompetenz besitzen und so gut wie keine Fach- und Methodenkompetenz.

Wie erkenne ich Kompetenz?

Nun in Deutschland neigen wir dazu Qualität mit Zertifikaten und Ausbildungen zu messen, wir leben in einer „Schein“-Welt. Wenn man dem Kompetenzmodell von Hülshoff folgt sind Scheine aber nur der Nachweis, dass ich Fach- und Methodenkompetenz erlangt und dies in einer Prüfung nachgewiesen habe.

Reicht das als Kompetenzbeweis aus?

Wenn nicht, dann sollten Sie darüber hinaus bewerten, wie oft bzw. wie intensiv der Gegenüber seine Methodenkompetenz unter Beweis gestellt hat. Vor kurzem habe ich mit einem befreundeten Trainer gesprochen, der seit 20 Jahren als Business-Trainer unterwegs ist. Er hat in seiner Academy ein völlig neues Konzept für eine Trainerausbildung etabliert. Während andere unzählige Tage in Fach- und / oder Methodenkompetenz stecken, paart er diesen Teil mit realen Präsentationen vor seinen Kunden. Also Live-Trainings bei zahlenden Kunden. Wer sein Zertifikat in Händen hält kann bereits auf emotionale Kompetenz zurückgreifen. Eine tolle Idee, wie ich finde!

Wenn Sie darüber hinaus mit dem potentiellen Gegenüber sprechen und nach seinen Beweggründen fragen, warum er diesen Job macht, werde Sie schnell ein Gefühl für seine persönliche Kompetenz bekommen. Ein tolles Beispiel habe ich hier aus dem privaten. Für eine neue Küche hatten wir verschiedene Anbieter besucht. Von provisionsbasierten Verkäufern bis zu einem für den das Thema Küche eine Herzensangelegenheit war. Er plante jede Küche, als wäre es seine eigene. Machte eben nicht nur einen Vorschlag, sondern drei. Für jede Rückfrage hatte er kompetente Antwort. Kurzum der beste Küchenkauf den wir hätten machen können.

Welche Auswahl ist die Richtige für mich?

Diese Frage beantwortet sich fast von selbst. Der Experte ist meist im Preis an der oberen Grenze angesiedelt, wenn das für Sie keine Rolle spielt, liegen Sie meist richtig.

Es muss aber nicht immer der Teuerste sein. Eine fundierte Ausbildung mit nachweisbarer Fach- und Methodenkompetenz, gepaart mit der persönlichen Kompetenz zu einem vernünftigen Preis reicht in vielen Fällen schon aus. Schließlich musste jeder mal anfangen.

Wenn Sie also bisher zu den „Schein“-Bewerter gehört haben, dann versuchen Sie es doch einmal diesen Aspekt nicht mehr ganz so wichtig zu nehmen und ergänzen Sie diese Bewertung noch mit Fragen nach emotionaler und persönlicher Kompetenz. Dann steht dem gemeinsamen Erfolg kaum noch was im Wege, egal für welches Thema Sie Hilfe benötigen.